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Herausforderung annehmen Drucken

obvorstadtzentrum_customLiebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Besucher unserer Stadt,

die neuen Pläne für die Gebietsreform in Thüringen stellen nicht nur für mich eine Herausforderung dar. Mit ihnen führt die Landesregierung einige ihrer im Vorschaltgesetz aufgestellten Prämissen selbst ad absurdum. Natürlich ist es keine leichte Aufgabe, eine in mehr als 20 Jahren seit der voran gegangenen Kreisreform gewachsene Struktur zu verändern und an die Gegebenheiten von Gegenwart und naher Zukunft anzupassen. Und allen recht getan, ist ein Ding, das niemand kann – das darf auch die Landesregierung für sich in Anspruch nehmen. Allerdings steht für mich schon die Frage, inwieweit Sachverstand nicht doch Vorrang genießen sollte vor Partikularinteressen. Ist es sinnvoll, zwei starke Kreise miteinander zu vereinen und als Folge die weitaus größte Stadt einer Region – was Suhl zweifelsfrei darstellt – an den Rand eines wirtschaftlich weniger starken Kreises zu stellen? Ich bin mir sicher, dass viele verschiedene Aspekte auch beim Festlegen des neuen Kreiszuschnitts eine Rolle gespielt haben. Schließlich geht es um nichts weniger als das Sichern möglichst gleicher Lebensbedingungen für die Menschen im ganzen Land. Das ist ja letztlich das Ziel von Politik, wie ich sie verstehe. Da müssen die Interessen der ländlichen Regionen mit denen der Städte abgeglichen werden. Ich bin angetreten, für meine Stadt, für Suhl die bestmöglichen Bedingungen zu erreichen. Kann das mit dem neuen Vorschlag gelingen?
Ich arbeite seit Monaten daran, für die Stadt Suhl und ihre Nachbarn im Zuge freiwilliger Eingemeindungen Verbesserungen zu erreichen. Das kann beispielsweise dadurch gelingen, dass in einem Stadtgebiet Suhl, das auch die Rennsteigorte Oberhof, Gehlberg und Schmiedefeld mit einschließt, Kräfte gebündelt und Aufgaben effizienter erledigt werden können, vom Tourismus über Wirtschaftsförderung bis hin zum Nahverkehr. Kompetenzen bündeln, Interessen vereinen – das ist der Weg, den ich für Suhl sehe. Dass es neben fairen Gesprächen dabei auch immer wieder unsachliche Einwürfe und viele Ressentiments gibt, liegt beinahe in der Natur der Sache. Wer gibt schon gern Liebgewonnenes auf? Und wissen wir denn sicher, was die Zukunft bringt?
Als Stadt Suhl sollten wir gestärkt aus der Gebietsreform hervorgehen. Nicht mehr und nicht weniger steht auf meiner Agenda. Dafür sind wir auf Partnersuche. Im Freistaat Thüringen haben wir einen Partner dafür, auch wenn sich manche Kreise jetzt vielleicht ein bisschen wie Versuchsobjekte in einem größeren Spiel vorkommen mögen. Ich setze auf Sachverstand und auf den Blick über den berühmten Tellerrand hinaus. Das hat in seiner Tagung vom 26. April 2017 auch der Suhler Stadtrat noch einmal ausdrücklich bekräftigt. Vielleicht bedarf es da ja noch weiterer Kreisgebiets-Entwürfe, um zu einer wirklich zukunftsfähigen Gebietsstruktur für Thüringen zu kommen. In Suhl sind wir für alle entsprechenden Vorschläge offen und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. Herausforderungen gilt es anzunehmen. Dazu sind wir in Suhl bereit.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
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