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Hochwasserschutz und Überschwemmungsgebiete Drucken

Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Entstehung und Ausmaß von Hochwasser hängen von der Stärke des Niederschlages, den Eigenschaften des Einzugsgebietes und den Besonderheiten der Gewässer ab. Infolge des Klimawandels wird man sich auch im Stadtgebiet von Suhl auf häufigere Hochwasserereignisse einstellen müssen. Verlust von Rückhalte-(Retentions-)raum in den Auen durch Bebauung oder landwirtschaftlich-gärtnerische Nutzung, höhere Fließgeschwindigkeiten und Abflussspitzen durch Flussbegradigungen, geringere Versickerungsmöglichkeiten aufgrund großflächiger Bodenversiegelungen – all dies waren und sind Ursachen für die Zunahme der Schäden durch Hochwasser.

Um die Auswirkungen von Überschwemmungen zu minimieren, bestehen Möglichkeiten des technischen, sowie des vorbeugenden Hochwasserschutzes.

Als Maßnahme des vorbeugenden Hochwasserschutzes können per Rechtsverordnung Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden. Für das Stadtgebiet Suhl wurde am 2. Mai 2003 die „Rechtsverordnung zur Feststellung des Überschwemmungsgebietes der Hasel in der Stadt Suhl“ durch die Obere Wasserbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt in Kraft gesetzt. Das damit ausgewiesene Überschwemmungsgebiet erstreckt sich von der Aue I bis nach Dietzhausen.

Überschwemmungsgebiet zwischen Aue I und Suhl-Dietzhausen
Überschwemmungsgebiet (blau markiert) zwischen Aue I und Suhl-Dietzhausen (gemäß Beschluss aus dem Jahr 2003

Für die oberhalb liegenden Bereiche der Hasel und Lauter vom Viadukt bis in die Aue II, sowie für die Gemarkung Suhl-Wichtshausen gilt nach wie vor der Beschluss des Rates des Bezirkes vom 22. Dezember 1976 fort.

Luftbildaufnahme Aue II mit Überschwemmungsgebiet (grün markiert, Staatliches Umweltamt Suhl)
 Luftbildaufnahme Aue II mit Überschwemmungsgebiet (grün markiert, Staatliches Umweltamt Suhl)
 Luftbildaufnahme Suhl-Wichtshausen mit Überschwemmungsgebiet (grün markiert, Staatliches Umweltamt Suhl)
 Luftbildaufnahme Suhl-Wichtshausen mit Überschwemmungsgebiet (grün markiert, Staatliches Umweltamt Suhl)

Als Maßnahme zum Hochwasserschutz wurde im Jahr 2006 die Situation am Straßendamm in der Suhler Schweiz entschärft. In der Vergangenheit kam es dort durch den Anstau des Rimbachs zu Gefahrensituationen und Schadensfällen. Das zur Abflussregelung dienende Mönchbauwerk wurde durch Rückbau der Schieber so modifiziert, dass es nicht mehr zu gefährlichen Anstausituationen kommt. Ferner wurde ein Gitter zur Rückhaltung von größeren Schwemmgut vorgeschaltet, um den Straßendurchlass der Von-Kleist-Straße frei zu halten.

Durch regelmäßige Pegelmessungen ist es möglich, einsetzende Hochwassergefahren zeitnah zu erkennen. Die Messstelle für die Stadt Suhl befindet sich in der Lauter in der Aue II. Deren Daten können auch über die Homepage der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena (www.tlug-jena.de) abgerufen werden.

Die Hochwasserzentrale im Staatlichen Umweltamt Suhl hatte am 31.März 2006 die Alarmstufe 2 ausgerufen. Aufgrund einsetzender starker Schneeschmelze in Verbindung mit Regenfällen und Temperaturanstieg kam es zu Überschwemmungen an mehreren Gewässern im Stadtgebiet. Betroffen waren unter anderem der Steinbach in der Ortslage Suhl-Neundorf, der Dreisbach und die Hasel. Ferner wurde im Februar 2006 eine Vorwarnstufe wegen möglicher Gefahren durch Eisgang bzw. –versatz ausgerufen.

Lauter-Pegel beim Hochwasserereignis Frühjahr 2006 (TLUG Jena)
 Lauter-Pegel beim Hochwasserereignis Frühjahr 2006 (TLUG Jena)
 Überschwemmung der Straße "An der Hasel" durch den Steinbach am 31.03.2006 (Foto: RUA, Th.v.Nordheim)
 Überschwemmung der Straße "An der Hasel" durch den Steinbach am 31.03.2006 (Foto: RUA, Th.v.Nordheim)
 maebendorfHasel tritt am Radweg Mäbendorf über das Ufer, Foto vom 31.03.2006 (Foto: RUA, Th. v. Nordheim)

Hasel tritt am Radweg Mäbendorf über das Ufer, Foto vom 31.03.2006 (Foto: RUA, Th. v. Nordheim)


Aufgrund des relativ milden und niederschlagsarmen Winters 2006/07 kam es in diesem Zeitraum zu keinen markanten Hochwasserereignissen, die durch Schneeschmelze bedingt waren.

Steinbach nach einem Sommergewitter (Foto: RUA, M. Schlegelmilch) Auch zu anderen Jahreszeiten muss mit Überschwemmungen gerechnet werden. Bedingt durch die Gebirgsrandlage unserer Stadt kann es bei Extremniederschlägen immer wieder zu hohen Abflussspitzen kommen. So waren im Sommer 2006 aufgrund lokaler Starkregen-Ereignisse zweimal kurzzeitige Überflutungen zu verzeichnen, auch hier war wiederum der Steinbach betroffen.
 
Prinzipiell muss davon ausgegangen werden, dass es bedingt durch die zunehmende Erderwärmung, in den Wintermonaten insgesamt mehr Niederschläge in Form von Regen und Schnee geben wird und es in den Sommermonaten zu einer Häufung von Starkniederschlägen kommen kann. In Anbetracht dessen, und aufgrund der schon vorhandenen Situation, gilt es das Augenmerk darauf zu richten, den Hochwasserabfluss nicht noch weiter zu erschweren.
 
 
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