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Touristenmagnet Oberhof jeden Cent wert Drucken
Winterbild" <<Es ist wieder kalt und weiß draußen>>. So beginnt ein ganzseitiger Artikel über Oberhof in der Tageszeitung „Freies Wort“. Super, denkt man zunächst. Endlich mal ein Mann mit Stift, der die Leser der Region mit dem ersten Schneefall auf die nahen Winterfreuden einstimmt. Was leider folgt, ist alles andere als der Stolz der Region. Rechtzeitig bevor die ganze Skiwelt in Oberhof zusammenkommt und Gäste aus ganz Deutschland erwartet werden, rüsten wiedermal einige auf, um allen zu sagen, dass sie das, was hier geleistet wird, nicht für gut befinden.

Das wird viele freuen. Innerhalb Deutschlands die gut aufgestellten Mitbewerberorte und international im Wintersport aufstrebende Lände, die Unsummen in ihre Sportstätten investieren, um Weltcupstandorten wie Oberhof den Rang abzulaufen. Offenbar ist es nach wie vor von großem Interesse, im Skicircus mitzumischen.

Was aber erleben wir? Statt an möglicherweise bestehenden Problemen zu arbeiten, wird ein Skandal konstruiert, wird Neid geschürt, werden Schuldige gesucht. Was man nicht erfährt ist, was die Beschuldigten zu den vermeintlichen Vorwürfen zu sagen haben. Ist es wirklich angezeigt, den Eindruck zu erwecken, man könne Oberhof zusammenkehren, wie einen Haufen Kehricht?

Millionenbeträge werden aufgelistet, wohl um Zweifel am Tun zu schüren. Mag ja sein, dass nicht jede Investition so gelaufen ist, wie sie geplant war. Die angestellten Vergleiche aber hinken und sind unseriös. Es soll Leute geben, die 50 Mio. Euro für ein Fußballstadion in Erfurt für nicht angemessen ansehen. Sie mögen recht haben. Aber niemand würde auf die Idee kommen, deshalb Erfurt an den Pranger zu stellen.

Im Thüringer Wald füllen Weltcupwochenenden die Betten nicht nur in Oberhof, sondern in Ilmenau bis Suhl fast jedes zur Verfügung stehende Haus. Wer könnte angesichts dieser Wahrheit ernsthaft das Engagement von politisch Verantwortlichen im Lande in Misskredit ziehen? Jede Gemeinde freut sich über Geld, dass sie zusätzlich investieren kann. Und sicher ist Neid nicht auszuschließen, wenn ein Ort besonders profitiert. Eine seit langem von Thüringer Gemeinden und Städten geforderte vernünftige Finanzausstattung könnte das Problem zügig aus der Welt schaffen.

Thüringen ist nicht nur Erfurt, Weimar und Jena. Aber im Gegensatz zu Goethe und Schiller, verlässlich ganzjährig in Weimar anzutreffender in Stein gehauener Stolz Thüringens, lässt sich der Schneefall eben nicht planen. So tragisch das ist, die Gäste kommen, wenn sie die weißen Freuden genießen können. Und sie bleiben fern, wenn es eben nicht schneit. Wer trotzdem Gäste binden möchte, muss investieren. So wie es der Freistaat für den Städtetourismus mit einem um das zehnfach höhere Budget Jahr für Jahr leistet, als er für den gesamten Thüringer Wald bereit ist auszugeben.

In diesen Tagen sind es die vielen hundert ehrenamtlichen Helfer aus Sportvereinen der ganzen Region, deren Arbeit im Wintersport in geradezu beschämender Weise Missachtung findet. Statt ihnen Dank dafür zu sagen, dass sie ihre Zeit für erfolgreiche Wettkämpfe und für ein gutes Gefühl bei Sportlern und Gästen aufbringen, wird ihnen, als gehörte es inzwischen zum guten Ton, alles Gute in Oberhof in Frage zu stellen, wieder der Koffer vor die Tür gestellt. Die Motivation hierfür wird dem flüchtigen Leser nicht unmittelbar deutlich. Vielleicht sollten die Herren mit Stift, Schreibtisch und Dienstwagen einfach mal das Gespräch suchen. Wie wäre es, wenn im Festzelt am Grenzadler nach erfolgreichen Wettkämpfen eine Podiumsdiskussion genau zu den angerissen Themen veranstaltet wird – mit Klarnamen und klaren Positionen!

Eine Fortsetzung des permanenten Rumhackens auf Oberhof jedenfalls hilft hier im Thüringer Wald niemandem."

Reaktion von Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel auf den am 15. Dezember 2017 erschienen Artikel "Das Oberhof-Dilemma" ("Freies Wort").

 
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