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Lebendig und liebenswert PDF Drucken

obkolumneLiebe Suhlerinnen und Suhler, werte Freunde und Gäste unserer Stadt,
mit großen Buchstaben kleine Wahrheiten zu verkünden, das machen sich manchmal Medien zu eigen. So geschehen kurz vor Ostern in der Zeitung mit den Großbuchstaben im Titel, die auf ihrer Thüringenseite zu besonders drapierten Fotos verkürzend titelte: „Unser Suhl stirbt". Zwar bin ich darin mit meiner gegenteiligen Meinung richtig zitiert. Wie viele Bürger aber lesen Beiträge bis zum Schluss? Gut, dass wir inzwischen Möglichkeiten wie diese haben, auch andere Informationen voran zu stellen und unabhängig von Verkaufszahlen agieren zu können. „Klein, aber fein", könnte meine Titelzeile lauten als Entgegnung auf die propagandistische Schwarzmalerei. Schließlich kann man immer positive und negative Szenarien entwickeln. Ich halte es damit, den positiven den Vorrang zu geben - und mich mit Gleichgesinnten auf den Weg zu machen, jene positiven Szenarien in die Tat umzusetzen. So konnten wir am 16. April beispielsweise gemeinsam mit interessierten Bürgern im Rahmen eines Image-Workshops eben zu jener Zukunft unserer Stadt debattieren. Wo wollen wir hin? Wie können wir das erreichen? Welche Mittel sind dafür geeignet? Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger im offenen Disput dazu - das ist für mich nur ein Gegenbeispiel zu oben genannter Großbuchstabenthese. Suhl ist nicht nur besser als sein - zuweilen eben auch medial beeinflusster - Ruf. Suhl ist eine lebens- und liebenswerte Stadt, von deren Bedingungen viele andere Städte nur träumen können. Welche Stadt selbst in Thüringen kann auf zwei Drittel Grün im Flächenbestand verweisen? Wo verbinden sich städtisches Flair und Erholungsmöglichkeiten auf so schöne Weise wie bei uns?
Ostern steht vor der Tür. Ich lade Sie ein, sich selbst ein Bild von der Vielfalt der Möglichkeiten in Suhl zu machen,  im Stadtzentrum, in unseren Ortsteilen, auf den nach hunderten Kilometern zählenden Wanderwegen rund um Suhl, in unseren Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen. Und selbst in den Neubaugebieten, dem Großplattenerbe vergangener Jahre. Für Suhl-Nord, das einst größte und eines der schönsten Neubaugebiete der Stadt, haben wir uns entschlossen, eine generelle Umwandlung in ein Gewerbegebiet vorzunehmen. Darin sind wir - wie wir es beispielsweise auch schon beim Wohnblock-Abriss waren - Vorreiter in Thüringen. Vorreiter probieren etwas Neues - und kassieren oft Schelte dafür. Aber sie gehen auch Schritte vornweg, um Zukunft zu gewinnen. Insofern nehme ich Großbuchstaben-Schelte auch mal in Kauf. Sie ist allemal besser, als Probleme zu verdrängen oder zu verschweigen. Ich bin mir sicher, der Besucher unserer Stadt wird sich mit eigenen Augen ein anderes Bild machen. Und auch der Suhler selbst sieht seine Stadt weitaus differenzierter. Genießen Sie mit mir den Suhler Frühling in diesen Wochen, mit der Geburtstagsparty zum Rennsteiglied-Jubiläum am 30. April, mit einer Woche Trubel in der City mit Verkaufsofferten, Schaustellern, Märkten bis zum verkaufsoffenen Sonntag am 8. Mai. Kleine Wahrheiten brauchen große Buchstaben. Große Wahrheiten kommen auch mit kleinen Buchstaben aus.

Ihr

Dr. Jens Triebel

 
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