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Für das Haus der Wirtschaft in Suhl haben die Bauarbeiten begonnen. Nachdem das Bühnenhaus und der große Saal des einstigen Kulturhauses „7. Oktober" gefallen sind, lassen sich die Konturen des neuen Gebäudes bisher nur erahnen. Nebenstehend ein Modell des Neubaus. Wir informieren nachfolgend zu Details.
Hier sollen die Grundzüge des Neubaus des „Hauses der Wirtschaft" der Industrie- und Handelskammer Südthüringen vorgestellt werden, der in diesen Aufnahmen noch verbunden ist mit dem Portalgebäude des vormaligen Kulturhauses, das in städtischer Hand bleibt. Ein aktueller Vorschlag vom März 2012 sieht vor, dass beide Partner ihre Gebäude getrennt voneinander errichten bzw. umbauen. Das Gesamtprojekt mit einem Investitionsaufwand von ca. 16 Mio. Euro sollte Ende 2013 abgeschlossen sein und damit ein neuer städtebaulicher Aspekt im Zentrum von Suhl zum Tragen kommen.
Teilabriss beste Lösung
Weshalb das einst als erster Großbau des Sozialismus in der neuen Bezirksstadt Ende der 1950er Jahre errichtete Kulturhaus zumindest zum Teil abgerissen wurde, beschäftigt viele Gemüter noch immer. Bei der Projektvorstellung im Dezember 2010 sagte der Geschäftsführer des Generalplaners Dr. Schmidt Planungsgesellschaft mbH Schleusingen, Dr. Hans-Gerd Schmidt, dass untersucht worden sei, ob der große Konzertsaal in einen Verwaltungsbereich umgewandelt werden könne. Die Antwort habe „Nein" gelautet, insbesondere angesichts des begrenzten Finanzbudgets. So entschied man sich für einen Neubau, dessen Planung dann noch einmal eine gründliche Überarbeitung erfuhr, als klar war, dass auch die einstige Schilling-Villa (die spätere Bibliothek) baulich nicht zu halten sein werde (Schwammbefall). So habe man ein modernes, energieeffizientes, zugleich funktionales und ansprechendes Konzept umsetzen können. Die Modellbilder (Aufnahmen: H. Uske) vermitteln einen Eindruck davon.
Verwaltungstrakt
Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen entschloss sich nach einem Vorschlag des damaligen Thüringer Bauministers Andreas Trautvetter, ihr Verwaltungsgebäude - das am bisherigen Standort in Mäbendorf auch hätte saniert werden müssen - in die Innenstadt zu verlegen. IHK-Präsident Dr. Peter Traut, Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas zogen dabei an einem Strang und setzten alles daran, dieses Projekt zu verwirklichen. Die IHK-Vertreter stimmten zu, der Suhler Stadtrat votierte dafür. Schließlich gebe es am Ende eine win-win-Situation: Stadt und IHK profitierten gleichermaßen von dem Vorhaben, waren sich die Akteure einig. Auch das Land zog mit und sagte Förderung für die Innenstadt und dieses Projekt zu. Es gebe diesbezüglich einen „Gleichklang der Sprache", so Dr. Traut. Im Detail habe es seit 2007 bis zur Projektvorstellung im Dezember 2010 insgesamt 74 Beratungen gegeben, so Dr. Pieterwas vor der Presse. An der Bahnhofstraße wird nun ein modernes Verwaltungsgebäude entstehen mit großzügigem Eingangsbereich, einer Etage für wirtschaftsnahe Verbände und zwei Etagen für die IHK-Verwaltungsräume. Ein Verbinder ermöglicht den Zugang zum Portalgebäude am Platz der deutschen Einheit, das städtisch bleibt.
Portalgebäude
In diesem vormaligen Eingangsbereich des Kulturhauses bleibt die bisherige Foyerebene erhalten und wird die Beratungsebene des Hauses der Wirtschaft mit flexibler Nutzungsmöglichkeit vom Großraum für Prüfungen oder Veranstaltungen bis Seminarräumen. Die hauptsächlichen städtischen Nutzungen des Portalgebäudes werden das Stadtarchiv übernehmen mit seinen historischen Unterlagen der Stadt Suhl im Erdgeschoss sowie das Depot des Waffenmuseums in den oberen Etagen. Im unteren Bereich wird es einen öffentlichen Leseraum geben und die Magazin-Räume des Archivs. Über der Beratungsebene der IHK findet dann das Museums-Depot Platz. Oberbürgermeister Dr. Triebel betonte, dass es damit gelinge, weitere Bereiche der Stadtverwaltung zu konzentrieren, bisher dafür genutzte Gebäude frei zu ziehen und am Markt anzubieten. Auch hier gehe es um langfristige Konsolidierungsmaßnahmen, verbunden mit einer Aufwertung dieser städtischen Einrichtungen im Zentrum der Stadt.
Modell zu sehen
Das Modell des künftigen Hauses der Wirtschaft in Suhl ist derzeit im Foyer des Rathauses am Marktplatz zu sehen. Die Farbgestaltung, so Dr. Schmidt, werde aber gewiss noch Änderungen unterliegen, was obige Bilder aus dem März 2011 schon zeigen. Wichtig sei, das Gesamtprojekt den Bürgerinnen und Bürgern nahezubringen. Damit werde mit Unterstützung des Freistaats Thüringen eines der letzten großen Probleme im Suhler Stadtzentrum gelöst, so der übereinstimmende Tenor der Bauherren des großen Gemeinschaftsprojektes „Haus der Wirtschaft" in Suhl.
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