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Die alte Bergstadt Suhl kann auf eine bewegte Geschichte verweisen. Schon 500 v.Chr. wurden mit der Einwanderung keltischer Volksstämme im Suhler Raum Menschen sesshaft. Sie betrieben insbesondere die Erzgewinnung und Eisenverarbeitung. Verzeichnisse des Klosters Fulda nennen zwischen 900 und 1155 wiederholt einen Ort „Sulaha“. Seit etwa 1100 gehörte das Gebiet den Grafen von Henneberg.
Die Stadt selbst wurde 1318 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1365 sind zwei Eisenhämmer für Suhl bezeugt, 1437 folgte ein weiterer im “schluttgarten zu sula”. Zu dieser Zeit stand die Fabrikation von Waffen und Rüstungsteilen schon in voller Blüte. Ein Berggericht existierte seit 1470. 1527 bestätigte Wilhelm von Henneberg die Suhler Stadtprivilegien. Damit erlangte Suhl nachweislich das Stadtrecht.
Schon vor 1500 wurden in Suhl Feuerwaffen hergestellt. Die Zahl der Bergleute ist mit 800 übermittelt. Schriftliche Überlieferungen der Zunft der Rohr- und Büchsenschmiede gibt es bereits aus dem Jahre 1555. 1631 zählte die „Rüstkammer Europas“ 7000 Einwohner. Doch der Verkauf von Waffen an Freund und Feind führte auch zu schweren Zerstörungen der Stadt in Kriegszeiten, so im Dreißigjährigen Krieg am Gallustag, dem 16. Oktober 1634, durch kaiserliche Truppen unter dem Kroatengeneral Isolani. Stadtbrände verwüsteten immer wieder weite Teile der Ansiedlung (1509, 1590 und 1753)
1718 fiel das Gebiet an Kursachsen. Bergbau und Waffengewerbe gingen zunächst zurück. Dafür entwickelte sich neben der Barchentweberei die Suhler Waffenkunst. Edle Stücke Suhler Meister wie Stockmar sind heute im Grünen Gewölbe zu Dresden zu sehen. So brachte die Waffenfertigung auch Wohlstand in die Stadt. 1751 gilt als Gründungsjahr der Waffenfabrik Sauer & Sohn, der ersten deutschen und nach der in Lüttich (Belgien) zweiten Waffenfabrik in Europa. Zwischen 1756 und 1760 verkauften Suhler Büchsenmacher 25000 Gewehre an Preußen. 1815 kam die Stadt wie der kursächsische Teil der ehemaligen Grafschaft Henneberg zum Königreich Preußen.
Im 19. Jahrhundert nahm Suhl durch die Industrialisierung einen enormen Aufschwung. Die Haenel-Waffen- und Fahrradfabrik wurde 1840 gegründet, 1856 das später durch seine Waffen- und Fahrzeugfertigung berühmte Unternehmen Simson. Die Schlegelmilch-Porzellan-Fabrik nahm 1861 die Produktion auf. 1882 erhielt Suhl Bahnanschluss. Um 1900 zählte die Stadt 13000 Einwohner.
Im 1. Weltkrieg arbeiteten etwa 12000 Beschäftigte aus der Region in Suhler Unternehmen für die Rüstung. Mit dem Ende des Krieges verschlechterte sich die Situation für viele Bürger rapide. Kapp-Putsch, Inflation und Weltwirtschaftskrise kennzeichneten die 20er und den Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. In der Vorbereitungsphase und im 2. Weltkrieg selbst war Suhl erneut Rüstungslieferant. Vor allem in den Gustloff-Werken - aus den von den Nationalsozialisten enteigneten Simson-Werken hervorgegangen - wurden Pistolen, Sturmgewehre und Maschinenwaffen produziert. Mehr als 10000 Zwangsarbeiter arbeiteten in „kriegswichtigen“ Unternehmen. Die Stadt zählte damals etwa 25000 Einwohner. Am 3. April 1945 beendeten amerikanische Truppen mit ihrem Einmarsch die NS-Herrschaft in Suhl. Bei vorherigen Kämpfen gingen zahlreiche Häuser in Flammen auf. Nach der Übernahme durch die sowjetische Besatzung 1945 begann auch die Verstaatlichung von Firmen. Unternehmen wie Krieghoff siedelten in den Westen Deutschlands über.
Mit der Verwaltungsreform in der DDR wurde Suhl am 23. Juli 1952 Bezirksstadt. Die Stadt zählte zu diesem Zeitpunkt 24496 Einwohner. Suhl nahm in den darauffolgenden Jahren eine stürmische Entwicklung. Der Bau von Neubauwohnungen – zunehmend in Plattenbau - Satellitenstädten in den 70er und 80er Jahren – und von Gesellschafts- und Repräsentativbauten nach dem Abriss ganzer Stadtteile veränderte das Stadtbild völlig. Am 12. Mai 1967 erhielt Suhl den Status eines Stadtkreises.
Es entstanden der Tierpark, die Sternwarte, das Schießsportzentrum. Im neuen Industriegelände Nord siedelten sich in den 70er und 80er Jahren zahlreiche Unternehmen an, so das Kombinat Elektrogerätewerk Suhl oder der Feinmeß-Anlagenbau. Am 12. Februar 1982 erblickte der 50000. Einwohner das Licht der Welt.
Im November/Dezember 1989 wurde mit zahlreichen Demonstrationen und der Besetzung der Stasi-Zentrale auch in Suhl die gesellschaftliche Wende eingeleitet. Am 6. Mai 1990 wählten die Bürgerinnen und Bürger erstmals seit 1950 wieder frei eine Stadtverordnetenversammlung. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen begannen. Auf dem Gelände der ehemaligen Offiziershochschule der Grenztruppen der DDR entstand der Gewerbepark Friedberg, das größte Gewerbegebiet der Region.
Die einstige Stadthalle samt Umfeld wurde zum Congress Centrum Suhl umgestaltet (Einweihung am 2. Dezember 1995). Die innerstädtische Schwerpunkt-Entwicklung fand mit dem Bau des Lauterbogen-Centers 1996 und der Sanierung des Bereiches Steinweg/Marktplatz ab 1998 ihre Fortsetzung. Seit 1999 entsteht auf Suhler Gebiet die Bundesautobahn A 71/ A 73 mit drei Anschlussstellen für die Stadt.
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