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OB-Kolumne
Wahlen als Auftrag Drucken
Mittwoch, 27. September 2017

Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Leserinnen und Leser,

die Bundestagswahl liegt hinter uns. Hunderte Wahlhelfer – davon das Gros städtische Mitarbeiter – sorgten mit ihrem Einsatz dafür, dass auch in unserer Stadt der Wahltag reibungslos ablief und die Stimmen der Suhler Bürger ordnungsgemäß in das Gesamtergebnis einflossen. Dafür gilt ihnen mein herzlicher Dank.
Was aber fangen wir nun mit dem Wahlergebnis an?
Eine Demokratie muss mit jedem Abstimmungsergebnis leben können. Inwieweit der Einzelne, inwieweit ich als Oberbürgermeister damit hadere, steht dabei nicht vordergründig zur Debatte. Unsere Demokratie in Deutschland ist stark. Sie wird das Wahlergebnis verkraften können. Wie sich der Einzug von sechs Parteien in den neuen Bundestag dann auf dessen tägliche Arbeit auswirkt, wird sich zeigen. Ich bin mir sicher, dass die demokratischen Parteien aufmerksam darauf achten werden, wie sich die „Neuen“ geben und wann sie vielleicht den Boden des Grundgesetzes verlassen. Das würde gewiss nicht hingenommen werden.
Für mich ist eine andere Frage wichtiger: was haben die Politiker der großen Parteien versäumt, wenn sie auch in Suhl so viele Stimmen verlieren? Wogegen protestieren diejenigen Wählerinnen und Wähler? Gegen eine Saturiertheit der bisherigen Parteien? Gegen eine gefühlte Überfremdung? Oder ganz und gar nur gegen Veränderungen?
Ich habe vor kurzem begonnen, regelmäßig an einem Freitagnachmittag im Monat im Steinweg mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, ihre Fragen zu beantworten und, sollten diese zu speziell sein, mich um eine Antwort zu kümmern. Es kann nicht sein, dass wir die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen und Anliegen allein lassen. Es kann nicht sein, dass wir als Politiker keine Antworten mehr auf die drängenden Bürgerfragen haben – oder dass wir die Menschen nicht mehr erreichen. Freilich steht meistens noch das Meinungs-Sieb der Medien zwischen Bürgerfrage und Politikerantwort. Von daher müssen wir Möglichkeiten finden, direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Hier in Suhl bieten wir mit den Einwohnerversammlungen regelmäßig solch eine Möglichkeit an, und zwar vor Ort, bei den Bürgern. Dennoch könnte es sein, dass das nicht ausreichend ist. Deshalb habe ich mich zur Bürgersprechstunde im Steinweg entschlossen.
Der Bürger ist der Souverän in einer Demokratie. Ihn für das Wahlergebnis verantwortlich zu machen, ist nur ein Teil der Wahrheit. Der andere ist, dass Politiker zu oft in ihren eigenen Kategorien denken und nicht mehr die Sprache der Bürger sprechen. Weil sie nicht mehr in unmittelbarem Austausch stehen. Dafür zumindest spricht der 24. September. Aber dieser Tag hat auch gezeigt, dass in Suhl noch 80 % der Wählerinnen und Wähler den bisherigen Parteien zutrauen, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Als parteiloser Oberbürgermeister kann ich da all jene, die schon Verantwortung in der Politik übernommen haben, nur ermuntern, die digitalen sozialen Netzwerke öfter mal auszuschalten und in den unmittelbaren Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu treten. Miteinander und nicht übereinander reden, zuhören statt abschalten, europäisch denken und handeln und in Zeiträumen, die über vier Jahre Legislaturperiode hinausreichen – das ist vielleicht die beste Möglichkeit, ein Erstarren unserer Demokratie zu verhindern und den Predigern einfacher „Wahrheiten“ das Wasser abzugraben. Auch Politiker sollten in diesem Sinne lernfähig bleiben.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Aktiv-Sommer in Suhl Drucken
Mittwoch, 26. Juli 2017

Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Besucher unserer Stadt,

der Sommer in Suhl ist von der Witterung her ungewiss. Das nimmt nicht wunder bei uns, am Fuße des Thüringer Waldes, wo unsere stadteigenen Berggipfel sich gern schon mal mit Wolken verhüllen. Anders hingegen sieht es mit den Angeboten aus, die wir selbst auf die Beine stellen können. Da ist uns sonnige Vielfalt sicher.

Ich denke da in diesen Tagen zunächst an die inzwischen dritte „Kinderstadt“, eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „talentCAMPus“, bei der etwa 100 Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, selbst kreativ zu sein und eine Menge neuer Erfahrungen zu sammeln. Die Sommerferien bieten dafür einen idealen Zeitrahmen, an der Ringbergschule finden die Teilnehmer beste Bedingungen dafür und unsere Volkshochschule als maßgeblicher „Macher“ nimmt damit ihren Bildungsauftrag in vorbildlicher Weise wahr. Auch das ist der Sommer in Suhl, mag es regnen, mag es schneien… Weitere Einrichtungen, die das Leben unserer Bewohner und der vielen Gäste hier bereichern, offerieren eigene Veranstaltungen. Da nenne ich gern unseren Tierpark, der traditionell im August ein Tierparkfest auf die Beine stellt. Diesmal steht dafür der 6. August im Kalender. Wanderungen für alle werden angeboten. Hierfür bedanke ich mich bei den Wandervereinen, die das möglich machen und dabei stets auch die Öffentlichkeit im Blick haben. Wandern hat hier Tradition. Und das nicht nur in unseren „angestammten“ Wander-Ortsteilen Goldlauter-Heidersbach und Vesser, von denen es nicht weit bis auf die Höhen des Thüringer Waldes ist. Auch von Heinrichs, Dietzhausen und Wichtshausen kann man trefflich zu Waldwanderungen starten, von dort aus eher in den Kleinen Thüringer Wald mit seinen ganz eigenen Reizen oder auch zu Fahrradtouren im Haselgrund. Albrechts liegt eh mittendrin im Waldgebiet zwischen Dombergmassiv und Benshäuser Grund...

Was schließlich die städtische Kultur anbelangt, so freue ich mich jetzt schon auf die kulturellen Höhepunkte im September wie die Eröffnung unserer großen Jahresausstellung „Waffen der Frauen“ im Waffenmuseum, auf das vierte Straßen-Theater-Festival am ersten Septemberwochenende und gleich am folgenden Wochenende auf den Denkmaltag. Sommer in Suhl! Den machen wir uns selbst schön, unabhängig vom Wetter. Und wie immer gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen, von deren Wirken und Zusammenarbeit mit der Verwaltung unsere wie auch andere Kommunen im Lande leben. Genießen Sie diesen Sommer!

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Herausforderung annehmen Drucken
Donnerstag, 27. April 2017

Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Besucher unserer Stadt,

die neuen Pläne für die Gebietsreform in Thüringen stellen nicht nur für mich eine Herausforderung dar. Mit ihnen führt die Landesregierung einige ihrer im Vorschaltgesetz aufgestellten Prämissen selbst ad absurdum. Natürlich ist es keine leichte Aufgabe, eine in mehr als 20 Jahren seit der voran gegangenen Kreisreform gewachsene Struktur zu verändern und an die Gegebenheiten von Gegenwart und naher Zukunft anzupassen. Und allen recht getan, ist ein Ding, das niemand kann – das darf auch die Landesregierung für sich in Anspruch nehmen. Allerdings steht für mich schon die Frage, inwieweit Sachverstand nicht doch Vorrang genießen sollte vor Partikularinteressen. Ist es sinnvoll, zwei starke Kreise miteinander zu vereinen und als Folge die weitaus größte Stadt einer Region – was Suhl zweifelsfrei darstellt – an den Rand eines wirtschaftlich weniger starken Kreises zu stellen? Ich bin mir sicher, dass viele verschiedene Aspekte auch beim Festlegen des neuen Kreiszuschnitts eine Rolle gespielt haben. Schließlich geht es um nichts weniger als das Sichern möglichst gleicher Lebensbedingungen für die Menschen im ganzen Land. Das ist ja letztlich das Ziel von Politik, wie ich sie verstehe. Da müssen die Interessen der ländlichen Regionen mit denen der Städte abgeglichen werden. Ich bin angetreten, für meine Stadt, für Suhl die bestmöglichen Bedingungen zu erreichen. Kann das mit dem neuen Vorschlag gelingen?
Ich arbeite seit Monaten daran, für die Stadt Suhl und ihre Nachbarn im Zuge freiwilliger Eingemeindungen Verbesserungen zu erreichen. Das kann beispielsweise dadurch gelingen, dass in einem Stadtgebiet Suhl, das auch die Rennsteigorte Oberhof, Gehlberg und Schmiedefeld mit einschließt, Kräfte gebündelt und Aufgaben effizienter erledigt werden können, vom Tourismus über Wirtschaftsförderung bis hin zum Nahverkehr. Kompetenzen bündeln, Interessen vereinen – das ist der Weg, den ich für Suhl sehe. Dass es neben fairen Gesprächen dabei auch immer wieder unsachliche Einwürfe und viele Ressentiments gibt, liegt beinahe in der Natur der Sache. Wer gibt schon gern Liebgewonnenes auf? Und wissen wir denn sicher, was die Zukunft bringt?
Als Stadt Suhl sollten wir gestärkt aus der Gebietsreform hervorgehen. Nicht mehr und nicht weniger steht auf meiner Agenda. Dafür sind wir auf Partnersuche. Im Freistaat Thüringen haben wir einen Partner dafür, auch wenn sich manche Kreise jetzt vielleicht ein bisschen wie Versuchsobjekte in einem größeren Spiel vorkommen mögen. Ich setze auf Sachverstand und auf den Blick über den berühmten Tellerrand hinaus. Das hat in seiner Tagung vom 26. April 2017 auch der Suhler Stadtrat noch einmal ausdrücklich bekräftigt. Vielleicht bedarf es da ja noch weiterer Kreisgebiets-Entwürfe, um zu einer wirklich zukunftsfähigen Gebietsstruktur für Thüringen zu kommen. In Suhl sind wir für alle entsprechenden Vorschläge offen und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. Herausforderungen gilt es anzunehmen. Dazu sind wir in Suhl bereit.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Politik macht Spaß! Drucken
Donnerstag, 16. Februar 2017

Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Besucher unserer Stadt,

man spricht wieder über Politik. Sah man vor kurzem noch in eher verdrossene Gesichter, sobald die Rede auf Politik kam, so ist davon derzeit kaum noch etwas zu spüren. Hier in der Region entfalten sich intensive Debatten. Denn schließlich geht es um nichts weniger als um unsere Zukunft. Die Rede ist von der Gebietsreform in Thüringen und deren besonderem Zuschnitt im Süden des Freistaats, im Südthüringer Raum, der zugleich der fränkische Teil Thüringens ist. Kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht von irgendeiner Seite neue Vorschläge oder Dementis, Vorwürfe oder Zustimmungserklärungen gibt. Und fast wie in den USA ist man manchmal geneigt zu fragen: was ist Wahrheit und was ein bisschen davon entfernt? Und welcher Geist steigt da eben aus einer Flasche, die lieber verschlossen geblieben wäre?

Ich selbst bin zurzeit in Sachen Gebietsreform viel unterwegs. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass es Gesprächspartnern oft schlicht an Wissen fehlt. Wie ist das mit Suhl? Und ihr habt wirklich so niedrige Schulden? Oft kann ich sogar darauf verweisen, dass diese Informationen veröffentlicht wurden. Was aber nehmen wir wahr in der Fülle der gebotenen Informationen? Lesen wir vielleicht eher das, was wir lesen wollen?

Politik ist auch die Kunst, Meinungen zum Austausch kommen zu lassen, auf einer sachlichen Diskussionsebene zu bleiben und den beim Thema Gebietsreform eigentlich immer zahlreich zuhörenden (und sich einmischenden!) Bürgern eine Meinungsbildung zu ermöglichen. Das ist schwer. Aber sollten wir es uns denn immer leicht machen, wenn es um unsere Zukunft geht? Greifen einfache Argumente nicht meistens zu kurz? Ich bin froh, dass sich Parteien zunehmend in die Debatten einbringen, dass Zeitungen auch unpopuläre Vorschläge publizieren und beleuchten. Und ich zolle denjenigen Politkern hohen Respekt, die auch nach ...zig Leserbriefen nicht zurückrudern. Denn eins ist für mich klar: Vielleicht ist es gut, wie es jetzt ist. Aber wenn es besser werden soll, wird es nicht so bleiben können, wie es ist.

Kann es dafür einen Maßstab geben? Ich denke ja. Nach einer solchen Reform muss es allen Beteiligten besser gehen als vorher. Für mich als Suhler Oberbürgermeister heißt das beispielsweise, dass ich dann besser mit den umliegenden Gemeinden zusammenarbeiten kann, dass die dann „alten" und „neuen" Bestandteile der Stadt / des Kreises beide profitieren. Das kann ganz konkret sein wie beim öffentlichen Nahverkehr, bei der touristischen Vermarktung, beim Wander- und Radwegenetz, bei der Ansiedlung von Unternehmen. Das kann auch nur gefühlt sein unter einem neuen gemeinsamen Stolz wie: wir sind Henneberg oder wir sind der Süden in Thüringen. Politik macht Spaß, wenn alle Beteiligten sich gegenseitig ernst nehmen und nie den Respekt voreinander als Partner verlieren. Wenn das zu erreichende Ziel von niemandem in Frage gestellt wird: wir wollen nach der Reform stärker sein als vorher. Was wieder einfach klingt, aber als schweres Wegstück noch vor uns liegt. Den Spaß am Gehen, die Freude am Gestalten-Können sollten wir uns dabei bewahren.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Ein gutes neues Jahr! Drucken
Montag, 12. Dezember 2016
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
wenn sich das Jahr seinem Ende zuneigt, lassen viele von uns die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren. Was hat das Jahr gebracht? Was steht bevor?
In politischer Hinsicht war das Jahr 2016 bewegt. Wer hätte vermutet, welche Wahlergebnisse es bringen würde? Und wie schlägt sich all das auch in unserer Stadt nieder? Für und Wider stehen wie oft im Leben nebeneinander. Die Gebietsreform-Debatte hat Fahrt aufgenommen. Ich selbst bin mit möglichen Partnern im Gespräch, um die Region zu stärken und Südthüringen ein größeres Gewicht in Thüringen zu geben. Wenn auch spät, so können wir doch 2016 noch auf einen beschlossenen städtischen Haushalt verweisen, was wir einige Jahre nicht hinbekamen. Abgeschlossene Bauvorhaben sprechen für sich. Sie reichen - auch aus privater Hand und andere mit maßgeblicher Förderung vom Land - vom Aue-Kaufpark über die Neueröffnung des Grand Hotels Suhl, das Feuerwehr-Gerätehaus in Goldlauter-Heidersbach bis hin zur Dachsanierung am Portalgebäude, um nur einige zu nennen. Im neuen Jahr wird es erste praktische Baumaßnahmen bei der Dorferneuerung in Goldlauter-Heidersbach geben. Die Grundschule Am Himmelreich und die Sporthalle Wolfsgrube stehen auf dem Programm. Vorschläge für den Bereich Bahnhof/Busbahnhof nehmen Konturen an. Unsere Stadt verändert sich. Wir passen sie den veränderten Gegebenheiten an - und tun dabei alles, damit sich Einwohner und Gäste hier wohlfühlen können.
2016, das waren auch die Open-air-Fotoschau „Generation.Suhl" und die Aktionen der 2. Kinderstadt im Sommer. Gern erinnere ich mich an die Kinder-Kultur-Nacht oder den ersten Autor, der zur 5. Suhler Lesenacht von einem Floß auf dem Herrenteich aus las. Im Tierpark sorgte die Kunstaktion Aero Suhl für neue Akzente. Singakademie und Musikschule feierten mit begeisternden Konzerten Jubiläen. Suhler Sportler errangen wieder bedeutende Erfolge. Und die Stadt erinnert zum Jubiläumsgeburtstag am 14.12. auch an ihren unvergessenen Herbert Roth.
Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie reich das Leben in unserer Stadt ist. Das verdanken wir auch Ihnen, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, die mit Ihren Ideen und Ihrem Engagement zu dieser Vielfalt beitragen. Dafür darf ich Ihnen allen danken. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam das Leben in unserer Stadt auch 2017 bereichern können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel
 
Kulturgut für die Zukunft Drucken
Dienstag, 16. August 2016
Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Besucher unserer Stadt,

der Sommerausklang in Suhl ist mit vielfältigen kulturellen Veranstaltungen verknüpft. Zum dritten Mal steht das erste Septemberwochenende ganz im Zeichen des Straßentheaterfestivals, das der Verein KULTtRAUM organisiert und das seinesgleichen in Thüringen sucht. Der Denkmaltag am zweiten Septemberwochenende bewegt seit vielen Jahren jedes Mal hunderte Bürger, die mehr erfahren wollen von den Geheimnissen und dem Charme alter Architektur. In diesem Jahr wollen wir etwas ganz Besonderes hinzufügen: ein Expertenforum zum Thema „Gemeinsam Denkmale erhalten - Kulturgut für die Zukunft", bei dem hochkarätige Teilnehmer - wie der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatsicherheitsdienstes der DDR Roland Jahn - zum Wert historischer Dokumente debattieren. Dabei haben sie selbstverständlich auch den Umbau des Suhler Portalgebäudes mit im Blick, mit dem wir hier gute Bedingungen für die historischen Schätze unserer Stadt schaffen können. Auf unserer Homepage finden Sie Details dazu.
Im Reigen der Septemberwochenenden folgt die Suhler Gartenschau, eingebettet in die Seniorenaktionstage der Stadt. Auch hier geht es darum, den Fleiß vieler Ehrenamtlicher und die Wirkung ihrer Arbeit für die Stadt zu zeigen und zu würdigen. Dann wäre da noch der „Provinzschrei", der seit 16 Jahren hochklassige Kultur nach Suhl bringt. Und manchen locken vielleicht abseits vom Trubel jene Angebote, an die wir Hiesigen uns gewöhnt haben und die wir nach mancher langen Wanderung nicht missen wollen wie die offenen Bergbauden mit ihrer urgemütlichen Atmosphäre. Das alles will uns sagen: Auch wenn wir im Urlaub andere Gegenden erkundeten, hier sind wir gern zu Hause.
Ich möchte, dass wir uns dessen gemeinsam immer mal wieder versichern: So wie wir zum Denkmaltag ehrfürchtig stehen vor den Leistungen unserer Vorfahren, so sollten wir heute Sorge tragen, dass uns unsere Stadt, unsere Natur, all das, was wir Heimat nennen, möglichst lange in Vielfalt und Schönheit erhalten bleibt - auf dass auch unsere Kinder und Enkel gern hier wohnen, arbeiten und leben wollen. Im goldenen, mit Kultur gefüllten Herbst und zu jeder Zeit.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel
 
Sommer-Hoch in Suhl Drucken
Donnerstag, 16. Juni 2016

Liebe Suhlerinnen und Suhler, werte Besucher,

der Sommer steht ins Haus. Für viele von Ihnen und auch für mich eine Zeit, in der man an den langen Tagen besonders viel unternehmen kann. Wo Kinder im Haus sind,  spielen die Schulferien eine besondere Rolle. Auch für uns als Stadt stellt sich da die Frage: was können wir Besonderes anbieten? Womit können wir die Ferien der Schülerinnen und Schüler bereichern?
Im vorigen Jahr gelang es uns, auf meine Initiative hin und mit Unterstützung vieler Vereine, Verbände und Förderer, die „1. Suhler Kinderstadt" zu veranstalten, eine Woche mit vielfältigen Workshops und interessanten Lern- und Begegnungsmöglichkeiten für etwa 80 Kinder.  Diese „Kinderstadt" geht nun in die zweite Runde. Etwa 100 Kinder kommen diesmal in den Genuss, spannende Angebote von Naturwissenschaft bis Schauspiel und Tanz, von Holzwerkstatt oder Puppenbau bis gesunde Ernährung, von Druck- und Fotowerkstatt bis Nadeldesign anzunehmen - und das dank Unterstützung aus Bundesprogrammen kostenfrei. Eine Woche lang - vom 11. bis zum 15. Juli 2016 - steht diesmal die Heinrichser Grundschule im Mittelpunkt des Geschehens. Das Ganze läuft im Rahmen des Projekts talentCAMPus und wird vom Deutschen Volkshochschulverband e.V. aus Mitteln des Bundesprogramms „Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Beteiligt sind auch unsere Städtische Musikschule „Alfred Wagner", unsere Volkshochschule „Karl Mundt" und das Mehrgenerationenhaus „Die Insel". In Suhl bewegt sich was - und Suhl bewegt.
Auch für die Älteren bieten sich viele Möglichkeiten, den Suhler Sommer zu genießen. Berg- und Hüttenfeste laden zur Teilnahme ein. Unsere Freibäder haben dank engagierten Einsatzes der Schwimmbadvereine von Goldlauter-Heidersbach und Dietzhausen geöffnet. Ein bisschen Sonne tut dafür schon not. Aber auch bei mäßigem Wetter lohnen sich Ausflüge. Wann waren Sie zum letzten Mal mit Ihren Kindern oder Enkeln oder Freunden unterwegs? Der Sommer lädt dazu ein. Und die Wohlfühlstadt Suhl - auf einem Ranking erreichten wir jüngst einen der besten Plätze in Thüringen - lädt ein, ihre Sonnenseiten kennenzulernen. Herzlich willkommen dazu in unserer Stadt!

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Probleme gemeinsam lösen Drucken
Freitag, 15. Januar 2016

Liebe Suhlerinnen und Suhler, werte Besucher,
jetzt haben wir es schwarz auf weiß: die Stadt Suhl hat bisher schon erhebliche Aktivitäten unternommen, um eigene Einsparpotenziale aufzuzeigen. Und sie hat die daraus resultierenden Maßnahmen Zug um Zug umgesetzt. Auch so kann man das Ergebnis der Analyse lesen, die im Januar 2016 von der Unternehmensberatungsgesellschaft Rödl & Partner aus Nürnberg im Suhler Stadtrat vorgelegt wurde. Gefördert vom Freistaat Thüringen hatten die Herren aus Nürnberg monatelang die Unterlagen der Stadt durchgesehen, mit Oberbürgermeister, Dezernenten und Amtsleitern gesprochen, sich sachkundig gemacht über die haushalterischen Verhältnisse in Suhl und mit dem „Blick von draußen" auf das innere Gefüge der Stadt geschaut.
Manch einem der städtischen Mitarbeiter wird dabei unwohl gewesen sein: wer von uns muss danach gehen? Manch einer der Stadträte hatte vielleicht auch Hoffnungen: nun wird der Millionenschatz entdeckt, der im Haushalt noch zu heben ist und alles wird gut.
Beide Erwartungen wurden nicht erfüllt. Bei einzusparenden Stellen machte die Beratungsgesellschaft allenfalls noch Stellen hinter dem Komma aus. Ausdrücklich wurde die Linie der Stadt begrüßt, beim Ausscheiden von Mitarbeitern über eine Verdichtung der Arbeit und damit einen Wegfall von Stellen nachzudenken. In acht Jahren sollen 13 Stellen eingespart werden. Das zeigt, dass hier nicht mehr viel zu „holen" ist. Es sei denn, Aufgaben fielen weg...
Ebenso blieben die ganz großen Einsparmöglichkeiten aus. Auch hier arbeitet die Stadt bereits an der Grenze des Möglichen. Die 57 von Rödl & Partner vorgeschlagenen Maßnahmen beinhalten zwar ein Einsparungspotenzial von knapp 24 Mio Euro, bis 2023 gerechnet, bei einem prognostizierten Defizit in den kommenden acht Jahren von in Summe 64 Millionen...
Damit haben wir es auch mit dem fachkundigen „Blick von draußen" bestätigt bekommen: aus eigener Kraft kann Suhl, kann inzwischen die Mehrzahl der Städte im Land nicht aus der Finanzklemme kommen. Hier muss die Landespolitik nachjustieren und ggf. auch die Bundespolitik. Das wird nun hoffentlich bald auch in Land und Bund als Notwendigkeit erkannt werden. Bis dahin werde ich nicht müde werden, immer wieder eine bessere Finanzausstattung der Kommunen einzufordern und endlich eine ehrliche Debatte über notwendige Standards unserer angebotenen Leistungen. Das Leben spielt sich hier ab, vor Ort. Und hier müssen wir die Probleme lösen - auch im Interesse eines funktionierenden Landes, aber vor allem im Interesse der Menschen hier. Die aufgezeigten 57 Maßnahmen können dabei eine wichtige Hilfestellung sein. Noch mehr aber brauchen wir dafür eine Politik, die den Städten und Gemeinden wieder jenen Stellenwert gibt, den sie in der Praxis haben - und die nötige Finanzausstattung dazu.
Ich bin der Meinung, dass Probleme grundsätzlich lösbar sind, wenn die Beteiligten ihre eigene Mitverantwortung daran erkennen. Wir in Suhl sind zur Problemlösung bereit. Unsere Partner lade ich herzlich ein, nun das Ihre dazu beizutragen. Denn die Praxis hat gezeigt, dass das bisher in den meisten Fällen auch für unsere Stadt zum Erfolg geführt hat.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Spaß am Aktivsein Drucken
Dienstag, 18. August 2015

Liebe Suhlerinnen und Suhler, werte Gäste,
im August gab es in unserer Stadt ein bisher einzigartiges Angebot für junge Menschen. Unter dem Titel „Talentcampus - Suhler Kinderstadt - Kinder leben Träume" wurden eine Woche lang vielfältige Aktionen für Schüler angeboten. Mehr als 80 Kinder und Jugendliche nahmen diese Möglichkeit zum Aktivwerden an, die vom Drehen eines Trickfilms über Tanz- und Holzschnitzkurs und das Basteln eigener Instrumente bis hin zur Gestaltung einer richtigen Zeitungsseite reichten.
Wie macht man Kinder fit für das Leben? Die Antwort darauf wird seit Jahrzehnten, wenn nicht seit Jahrhunderten kontrovers diskutiert. Mit finanzieller Hilfe des vom Bund initiierten „Talentcampus" und dank der Organisation durch Volkshochschule, Mehrgenerationenhaus „Die Insel" und „Provinzkultur" sowie Unterstützung zahlreicher weiterer Helfer und Unternehmen wie Stadt Suhl oder Freies Wort konnte in Suhl eine einfache Antwort gegeben und ausgelebt werden: Fit fürs Leben wird man mit Spaß an eigener Aktivität. Erstaunte Gesichter gab es zum Abschlussabend bei den Eltern der teilnehmenden Kinder: was, das kann mein Kind? Dazu wurde es befähigt?
Ich bin sehr froh, dass es uns in Suhl gelungen ist, solch ein Projekt auf die Beine zu stellen und so vielen Kindern gewissermaßen ein Stück Fitness auf ihrem Weg ins Erwachsenendasein mitzugeben. Um Kinder stark zu machen, bedarf es des Zusammenspiels vieler Faktoren und wie mit unserer „Kinderstadt" vieler Partner. Auch wenn dieses Entwickeln von Netzwerken aufwändig ist, so sprechen die Ergebnisse doch für sich. Verschiedene Akteure ziehen an einem Strang. Verschiedene Vorstellungen münden in ein Ziel: mit den Kindern zusammen Träume zu leben und eben - Spaß an eigener Aktivität zu wecken. Das nehmen die jungen Leute - da bin ich mir ziemlich sicher - als etwas Bleibendes aus ihren Ferien mit. Wer einmal erfahren hat, wie sehr gemeinsame Aktivität auch sich selbst stärkt, wird dieses Erlebnis wiederholen wollen. Insofern macht die „Kinderstadt" nicht nur die Kinder stark, sondern auch unser Gemeinwesen.
Daher will ich diese Kolumne nutzen, um mich bei allen Beteiligten herzlich zu bedanken. Ich konnte bei meinen Besuchen in der „Kinderstadt" an und in der Lautenbergschule selbst feststellen, wie eifrig die jungen Menschen bei der Sache waren und wie sich mit der eigenen Kreativität auch der Stolz auf das eigene Können einstellte. Und ich nahm für mich eine Erkenntnis mit: dass auch bei uns Erwachsenen der Spaß an eigener Aktivität ein viel stärkerer Gradmesser für unsere Vorhaben und Pläne sein sollte. Ich hoffe, dass die schöpferische Atmosphäre der Suhler Kinderstadt auf diese Weise auch ein Stück auf unsere ganze Stadt ausstrahlen kann.
Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
Impfmüdigkeit entgegentreten Drucken
Dienstag, 19. Mai 2015

Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Gäste unserer Stadt,

manchmal tauchen im Alltag Themen auf, von denen man meinte, sie seien längst ad acta gelegt. Ein solches Thema ist auch in Suhl die Krankheit Masern. Jüngst waren an Schulen der Stadt zwei Fälle zu verzeichnen, beide an ungeimpften Kindern. Mit großem Aufwand überprüfte unser Gesundheitsamt die Impfnachweise von Kontaktpersonen. Bei diesen stellte sich heraus, dass 98 % einen ausreichenden Schutz gegen Masern besitzen, in Suhler Kitas und Schulen liegt die Impfquote bei 95 %. Damit liegt unsere Stadt etwa im Thüringer Landesdurchschnitt.
Wie kann es sein, dass eine als „ausgestorben" betrachtete Krankheit wieder auftaucht? Es sind vielfach die Eltern, die ihren Kindern das „Risiko" einer Impfung nicht zumuten wollen. Die anderen seien doch geimpft und gemäß „Herdenschutz" könne da nichts passieren. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. Gerade die Masern gelten als eine der gefährlichsten Ansteckungskrankheiten. Sind es vielleicht Überreaktionen, weshalb Eltern ihren Kindern eine Impfung vorenthalten? Sind es die in diversen Foren verkündeten „Argumente" von Panikmachern, dass der Staat ja doch nur der verlängerte Arm der Pharmakonzerne sei und Impfungen außer Gewinn bei den Herstellern gar nichts einbringen würden? Bedenken Eltern wirklich, was sie mit einer Impfverweigerung nicht nur den eigenen Kindern, sondern auch anderen antun, wenn dann die tückische Krankheit doch einmal auftaucht?
So wie Demokratie von der Verantwortung und dem Mittun aller lebt, so lebt auch Gesundheitsfürsorge von der Beteiligung aller. Die aktuellen Fälle zeigen, dass man sich eben nicht darauf verlassen kann, dass die anderen schon alle geimpft seien und deshalb nichts passieren könne. Verantwortung wahrnehmen heißt, bei seinen Entscheidungen nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine Mitmenschen zu denken. Ich glaube nicht, dass Impfverweigerer das immer im Blick haben und die Folgen ihrer Entscheidung bis ins Detail abschätzen können. Deutschland als Demokratie hat keine Impfpflicht verordnet, sondern rechnet mit der freien Entscheidung freier Bürger. Die aktuellen Fälle zeigen, dass der freie Bürger auch von seiner Freiheit Gebrauch machen sollte - zu unser aller Vorteil. Die Parallelen zur Politik sind da übrigens nicht zu übersehen. Themen, die eigentlich als gelöst galten, sollten nicht wieder unseren Alltag dominieren und uns vom Lösen neuer Probleme abhalten. Das sollten wir bei all unseren Entscheidungen - nicht nur in puncto Gesundheit - bedenken.

Mit den besten Grüßen

Ihr Dr. Jens Triebel

 
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