|
Liebe Suhlerinnen und Suhler,
werte Gäste unserer Stadt,
eine Stadt wie die unsere steht vor vielfältigen Aufgaben. Oft wollen wir - Oberbürgermeister und Stadtratsmitglieder als gewählte Interessenvertreter der Bürgerinnen und Bürger - mehr bewegen als unsere finanzielle Situation zulässt. Aktuelle Beispiele aus Europa zeigen uns aber in aller Deutlichkeit, dass man nicht mehr ausgeben als man auch finanzieren kann, sonst steht man über kurz oder lang unweigerlich vor weit größeren Problemen. Bleiben zwei Möglichkeiten: wir schränken unsere Wünsche und Vorstellungen ein, welche Aufgaben gelöst werden sollen - oder wir versuchen, neue Wege zu gehen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen; neue Wege auch, um finanzielle Mittel zu generieren.
Eine solche Möglichkeit bieten auch in Thüringen Stiftungen. Mit dem nötigen Kapital ausgestattet, können sie segensreich für die von ihnen verfolgten Zwecke wirken. Bei einer Bürgerstiftung wären die beteiligten Bürger diese Zweckbestimmer. Von vornherein wüssten sie, wofür ihre zur Verfügung gestellten Mittel genutzt werden.
Ich kann mir vorstellen, dass man mit Hilfe solch einer Stiftung auch in Suhl mehr für die Lösung akuter Probleme tun könnte. Eine Stiftung, die als Ziel das Gemeinwohl verfolgt, kann sich vielfältigen Themen zuwenden. Ein vordringliches Thema auch in unserer Stadt ist der Umgang mit „in Not geratenen" oder brachliegenden Grundstücken, die z.T. noch mit Bauruinen versehen sind, für die deren Besitzer nicht mehr aufkommen können. Sie könnten durch solch eine Stiftung reaktiviert oder doch zumindest beräumt und begrünt werden. Häuser, die derzeit keine Mieter finden, könnten mit Hilfe der Stiftung als sozialer Wohnraum hergerichtet werden; ein Thema, das zunehmend auch für die Ortsteile aktuell wird. Auch Naturschutzaspekte ließen sich mit Stiftungsmitteln umsetzen. Ich sehe viele Nutzungs-Möglichkeiten für eine solche, ausschließlich städtischen Interessen dienende Stiftung.
Mein Ziel ist es, neue Lösungen anzuregen, Mitstreiter für neue Wege zu finden und letztlich praktische Schritte einzuleiten, die ganz konkret unserer Stadt zugute kommen. Wer nicht den ersten Schritt geht, wird nie ans Ziel kommen. Mag sein, dass während des Gehens noch Kurskorrekturen erfolgen müssen. Wichtig aber ist, loszugehen. Dazu brauchen wir Mitstreiter, Mit-Stifter und Mit-Interessenten. Schon in Kürze will ich daher den Stiftungsgedanken auch im Stadtrat debattieren, um jene Mitstreiter auch aus den Reihen der gewählten Bürgervertreter zu gewinnen. Sich einzuschränken ist eben nur eine Möglichkeit des Agierens. Bessere Voraussetzungen zum Umsetzen von Ideen zu schaffen ist für mich die andere, die ich bevorzuge. Dafür eröffnen Stiftungen eine Chance. Sich zum gegebenen Zeitpunkt darin konkret einzubringen, dazu lade ich alle Interessenten schon jetzt herzlich ein.
Ihr
Dr. Jens Triebel
|